Die smaragdgrüne Saison in Sambia
Über Nacht wird die Landschaft in jede erdenkliche Grüntönung getaucht.
Fast jeder Rat darüber, wann man auf eine Safari zur Tierbeobachtung gehen sollte, empfiehlt die Trockenzeit, von Mai bis Oktober. Dies ist die Zeit, in der Nahrung und Wasser weniger reichlich vorhanden sind und Tiere leichter zu finden sind, aber in den letzten Jahren ist die Emerald-Saison zunehmend beliebt geworden.
Im Südluangwa-Nationalpark hat die Zambia Wildlife Authority (ZAWA) kürzlich eine beträchtliche Summe in die Verbesserung des Straßennetzes im Park investiert, damit mehr Straßen trotz der häufigen Überschwemmungen passierbar bleiben.
In der Trockenzeit ist Sambia in Schattierungen von Ocker und Siena gekleidet. Staub und Rauch von Dörfern und Buschfeuern hängen in der Atmosphäre. Die Distanz wird durch einen Weichzeichner betrachtet und Sonnenuntergänge sind fast unrealistisch lebhaft. Während die Tage heißer werden und Flüsse und Wasserlöcher austrocknen und schrumpfen, sind die Landschaft und die Tiere vertraut, wie in einem Naturdokumentarfilm, langsam, träge und überlebend. Gerade wenn es sich anfühlt, als könnte es nicht heißer werden und die Tiere scheinen Zweige und getrocknete Blätter zu fressen, beginnen die Bäume, lebhaft grüne Blätter zu produzieren, und die Impalas bringen ihre Jungen zur Welt. Es ist kein Tropfen Regen gefallen und doch scheint die Natur sich selbst voraus zu sein.

Die Wolken ziehen auf und endlich kommt der Regen. Der Geruch des ersten Regens weckt uralte Erinnerungen; jedes Kind Afrikas kennt diesen heißen, erdigen Duft, Petrichor! Die Asphaltstraßen dampfen, während die Welt sich abkühlt. Über Nacht wird die Landschaft in jede vorstellbare Grüntönung getaucht, die Emerald-Saison ist nicht nur ein romantisch klingender Name für diese Jahreszeit. Wasserlöcher füllen sich, Flüsse fließen, Zugvögel sammeln sich und legen ihr Brutkleid an. Der Staub- und Rauchnebel wird aus der Atmosphäre gewaschen und die Sicht reicht meilenweit, perfekt für die Fotografie. Die Tiere scheinen einen Sprung in ihrem Schritt zu haben und die Jungen beginnen zu erscheinen, die hinter der Mutter herlaufen. Das zieht die Raubtiere an. Es erfordert nicht viel Aufwand, ein wankendes Baby zu fangen.

Auf Safari gibt es jede Chance auf eine gründliche Durchnässung, also nimm deinen Sinn für Humor und eine regendichte Kameratasche mit, zieh den wasserfesten Anorak der Lodge an (naja, eine Art wasserdichter Poncho!), vergiss deine schön frisierten Haare und genieße einfach diese wunderbar lebendige Zeit neuen Lebens. Außerdem ist der reine, saubere, schadstofffreie Regen so gut für dich.